Liederkranz 1892:

Am l. Juni 1892 trafen etwa 30 Sänger, die sich vom Männergesangverein Germania lösten, im Gasthaus zur Rose zusammen, um einen neuen Gesangverein zu gründen. Da hierbei die Beteiligung der Männer relativ schwach war, kam man auf den Gedanken, zunächst einen gemischten Chor zu schaffen. Man brachte dann auch die stattliche Anzahl von 28 Sängerinnen und 30 Sängern zusammen. Der erste Vorstand bestand aus Wilhelm Hauser, Philipp Braun ll, Ludwig Koppert, Johann Gelb und Georg Ziegler. Die musikalische Leitung übernahm Unterlehrer Weinlein, das Vereinslokal wurde die Wirtschaft "Zur Rose".Der Verein erlebte eine Zeit der Blühte, doch der häufige Wechsel unter den Sängerinnen ließ den Gedanken aufkommen, den Verein wieder zu einem Männerchor umzugestalten. Dies wurde im Juli 1893 vollzogen.
Unter Vorstand Christoph Geiß wurde eine Fahnenkasse angelegt. In den ersten Jahren beteiligte man sich lediglich an Weihnachtsfesten, Abendunterhaltungen und Fahnenweihen auswärtiger Vereine.
Am 3.-5. Mai 1902 feierte der Verein das 10-jährige Bestehen, verbunden mit Fahnenweihe und Preiswettgesang. An diesem Wettgesang beteiligten sich 33 Vereine. In der Zeit bis 1914 nahm man an verschiedenen Wettsingen teil, so in Neuenheim, Wiesental, Untergrombach, Großsachsen, Sandhausen, Lützelsachsen, Brühl und Nußloch. Der hohe Stand des Chores wird dadurch deutlich, daß bei diesen Wettsingen 5 erste Preise errungen werden konnten. Die Chronik erwähnt für 1910 u.a. auch ein Mendelsohn-Konzert, das "Zum Besten der beiden Kinderschulen" veranstaltet wurde.
Während des ersten Weltkrieges war die Vereinsarbeit weitgehend unterbrochen. Der Krieg forderte das Leben von 9 Vereinsmitgliedern.
Nach Beendigung des Krieges wurde die Vereinstätigkeit sofort wieder aufgenommen. Am 28. Mai 1922 wurde das 30-jährige Bestehen gefeiert, verbunden mit einem Wertungssingen im evangelischen Gemeindehaus. Hieran nahmen 19 Vereine teil.
Dem Verein war es nicht vergönnt, seine Jubiläen in guten Zeiten zu feiern. Das 25-jährige fiel in die Zeit des ersten Weltkrieges, das 30-jährige in die Zeit der Inflation. Die Weltwirtschaftskrise ging auch am Verein nicht spurlos vorüber. Viele Vereinsmitglieder waren arbeitslos, aus den Einnahmen konnte ein normaler Vereinsbetrieb nicht aufrechterhalten werden, die Sparanlagen mussten angegriffen werden. Die Generalversammlung am 14.3.33 beschloß, die Vergütungen für den Dirigenten Gutmann aus Mannheim und den Vereinsdiener herabzusetzen. Auf Einspruch des Dirigenten hin erhielt dieser dann in der nächster Zeit einen Teil seiner Vergütung in Naturalien. Einige Mitglieder stellten diese Lebensmittelzuwendungen zur Verfügung.
Die Feier des 40-jährigen Jubiläums wurde dem Ernst der Zeit entsprechend in schlichtem Rahmen in Form eines Konzertes begangen. Auch das 5O-jährige Bestehen im Jahre 1942 konnte wegen des Krieges nur als kleine Feier begangen werden.
Der zweite Weltkrieg kostete 5 Vereinsmitgliedern das Leben, das Vereinslokal war zerstört, der Fahnenschrank und das gesamte Notenmaterial wurden durch den Schuß eines amerikanischen Panzers vernichtet. Mit Genehmigung der Militärregierung wurde der Verein im Jahre 1946 wieder ins Leben gerufen.
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Das 60-jährige Jubiläum wurde am 5.-7. Juli 1952 in einem Festzelt auf dem Schulhof gefeiert. Es war ein gelungenes Fest und ein großes Ereignis für Oftersheim. Das Programm umfasste ein Festbankett, einen Festumzug und ein Freundschaftssingen, an dem sich 14 Vereine beteiligten.Auch wurde eine neue Vereinsfahne geweiht. Bei der Herstellung der neuen Fahne durch die Firma Thomas in Speyer wurden Stickereien der alten Fahne mitverwendet. Der Verein hatte damals 63 aktive Sänger.
An der 1200-Jahrfeier der Gemeinde Oftersheim im Jahre 1966 beteiligte sich der Liederkranz u.a. mit einem großen Festkonzert am 21.5.66 in der Kurpfalzhalle.
1967 wurde das75-jährige Jubiläum mit einem Festbankett und einem Festkonzert in der Kurpfalzhalle gefeiert.
Arbeiter-Sängerbund:
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Im Jahre 1905 versammelten sich im Gasthaus "zur Rose" von der Arbeitersänger- bewegung getragene Männer und riefen den Arbeitergesangverein "Vorwärts" ins Leben. Da am Ort bereits 2 Gesangvereine bestanden, ging es mit dem Verein zunächst nur langsam aufwärts. Im Jahre 1908 wurde der Verein in "Arbeiter-Gesangverein" umbenannt.
Der erste Weltkrieg forderte auch hier große Opfer. Nach dem Krieg wurde mit viel Idealismus die Sangesbewegung wieder aufgenommen. Im Jahre 1921 beging man die Fahnenweihe, die zugleich ein großes musikalisches Ereignis in der Geschichte des Vereins war. In jenen Jahren wurde ein beachtliches musikalisches Niveau erreicht.
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Im Jahre 1930 feierte der Verein sein 25-jähriges Bestehen. Das Ende für den Vereinsbetrieb kam im Jahre 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Der Verein wurde verboten, alle Noten und die sonstigen Vermögenswerte des Vereins wurden beschlagnahmt, der größte Teil vernichtet. Aus diesem Grunde sind aus der Zeit vor 1945 fast keine Unterlagen über den Verein mehr vorhanden. Nur die
Vereinsfahne überlebte: Philipp Kehder versteckte sie 1933 auf dem Speicher des Rathauses, wo sie bis 1947 verblieb. Sie wurde dann zum 5O-jährigen Vereinsjubiläum wieder aufbereitet, da sie stark gelitten hatte.Erst im Jahre 1947 erweckten einige Sangesbrüder den Verein als Arbeiter-Sängerbund wieder zu neuem Leben. Am 17.9.1947 fand im "Kronprinzen" die erste außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Durch intensive Arbeit erreichte der Verein bald wieder ein hohes Niveau.
Das 5O-jährige Bestehen wurde vom 2. bis 4. Juli 1955 gefeiert. Die Festansprache hielt Jakob Trumpfheller, der damalige l. Bürgermeister von Mannheim. Auch in den folgenden Jahren machte der Verein von sich reden, waren doch die Aufführungen von Theaterstücken und Singspielen im Saal des "Gasthauses Rose" Höhepunkte im gesellschaftlichen Leben von Oftersheim.
Zum Auftakt der 1200-Jahrfeier der Gemeinde Oftersheim im Jahre 1966 fand ein Frühjahrskonzert statt, zu dem 5 befreundete Vereine unter der Gesamtleitung des Dirigenten Nikolaus geladen waren.
Sängerbund-LiederkranzSchon früh gab es Bestrebungen für Fusionen der Gesangvereine in Oftersheim. Ein Antrag des Arbeiter-Sängerbundes auf Anschluß wurde 1919 vom Liederkranz abgelehnt. In der Zeit von 1933-1947, als der Arbeiter-Sängerbund nicht mehr bestand, waren viele seiner Sänger beim Liederkranz aktiv.
Am 15.9.1945 berief der Bürgermeister eine Versammlung in das Gasthaus "Zur Neuen Welt" ein. Ziel war, einen einzigen Verein in Oftersheim neu zu gründen. Er entstand auch als "Sängervereinigung Oftersheim". Sängerlokal wurde das Gasthaus "Zur Neuen Welt". Ein Dirigent wurde jedoch nicht gefunden und der Probenbetrieb nicht aufgenommen. Die drei Gesangvereine gingen eigene Wege und konstituierten sich in der Zeit von 1946-1947 neu.
Ab Ende der sechziger Jahre war die Situation beim GV Liederkranz und beim Arbeiter-Sängerbund die gleiche: Der Nachwuchs blieb aus, die einzelnen Stimmen waren unterbesetzt, alle Werbemaßnahmen waren erfolglos. Hinzu kam, daß der Dirigent des Arbeiter-Sängerbundes sein Amt aus Altersgründen niederlegte. Der Dirigent des GV Liederkranz, Klaus Kaufmann, erklärte sich bereit, auch die musikalische Leitung des Arbeiter-Sängerbundes zu übernehmen. So ergab sich die Möglichkeit, gemeinsames Liedgut zu erarbeiten und gemeinsame Singstunden abzuhalten. In langwierigen und mitunter auch schwierigen Gesprächen wurde die Fusion beider Vereine vorbereitet. Sie wurde bei der Gründungsversammlung am 7.5.1975 im Gasthaus "Zur Neuen Welt" vollzogen. Als Name für den neuen Verein wurde "GV Sängerbund-Liederkranz 1892 Oftersheim e.V." gewählt. Sängerheim wurde die Gaststätte"Zur Neuen Welt".
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Hinten: Hans Ganzmann, Willi Schel, Hans Much, Hans Bösing, Philipp Pfisterer, Heinrich May, Peter Kugler, Klaus Kaufmann ; vorne: Kunibert Metzger Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte man recht bald erkennen, daß der eingeschlagene Weg richtig war. So konnte sich der Verein mit wesentlich größerer Sängerzahl bei öffentlichen Auftritten präsentieren.Auch das Liedgut konnte höheren Ansprüchen gerecht werden.
Das Jahr 1982 stand im Zeichen des 90-jährigen Jubiläums. Der Verein zählte damals 151 Mitglieder, davon 36 aktive Sänger. Der Höhepunkt des Jubiläums war ein Festabend in der Kurpfalzhalle. Die Chordarbietungen wurden umrahmt von einem Gesangsdoppelquartett, einem Musikenssemble und Solisten unter der Leitung seines Dirigenten Klaus Kaufmann.
Im Jahr 1985 ergab sich die Möglichkeit, von der Gemeinde Oftersheim einen Raum im Gemeindezentrum in der Mannheimer Straße zur Mitbenutzung als Sängerheim zu erhalten.
Der Verein hat heute 65 aktive Sänger und etwa 160 passive Mitglieder. Das musikalische Programm des Vereins umfasst neben "Sondereinsätzen" in jedem Frühsommer den "Tag des Liedes" im Gemeindezentrum, eine Veranstaltung, die inzwischen zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Gemeinde geworden ist. In zweijährigem Rhythmus wird in der Kurpfalzhalle ein großes Herbstkonzert veranstaltet. Auch das mit dem Bruderverein "Germania" jährlich durchgeführte Weihnachtskonzert hat schon traditionellen Charakter und ist in der Vorweihnachtszeit eine besinnliche Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest.
Auch die Geselligkeit kommt im Verein nicht zu kurz, so z.B. beim Sängermaskenball, beim Tanz in den Mai und bei Grillfesten, nicht zu vergessen bei der jährlichen Bierprobe im Gewölbekeller des Gemeindezentrums. Jedes Jahr steht auch ein Ausflug auf dem Veranstaltungsprogramm. Das monatliche Treffen der Sängerfrauen in einer Gaststätte trägt ebenfalls zum Zusammenhalt und zur Geselligkeit bei.